Abenteuer Südafrika: Safari und Tauchausflüge

Text & Fotos von Judith Hoppe

„Africa is not for sissies“ – Afrika ist nichts für Weicheier! Dieser Slogan fällt mir ins Auge, als ich durch die Straßen von Umkomaas an der Küste von KwaZulu-Natal schlendere, eine Tauchbasis wirbt mit diesem Spruch. Wenn ich an die bisherigen Erlebnisse der Südafrika zurückdenke, ist da schon die eine oder andere Begebenheit, die mir den Adrenalinpegel deutlich anstiegen ließ.

Den Nashörnern auf der Spur

Begonnen hat unser Abenteuer in der Rhino Ridge Lodge im Hluhluwe-iMfolozi-Nationalpark. Mit dem Glück, in nur wenigen Tagen alle Tiere, die zu den „Big Five“ zählen, also Löwe, Leopard, Elefant, Büffel und Nashorn, vor die Linse zu bekommen, hatte ich gar nicht gerechnet. Dass am Ende nur die Löwen fehlten, war also eine große Überraschung.

Bei jeder Pirschfahrt tauchte witzigerweise eine Tierart gehäuft auf. Einmal eine Herde von etwa zehn Giraffen, die an einem Wasserloch trinkt, die Jungtiere rennen verspielt um die erwachsenen Tiere herum, nebenan knabbern friedliche Zebras die letzten grünen Grasbüschel aus dem Boden. Ein anderes Mal blockiert eine Elefantenherde die Straße, ein Bulle ist mit unserer Anwesenheit nicht glücklich, stellt die Ohren breitgefächert auf, trompetet laut und setzt sich leicht trabend in Richtung unseres offenen Geländewagens in Bewegung. Unser Guide lässt vorsichtig den Motor an, rollt rückwärts, die Elefantenherde beruhigt sich wieder.

Am letzten Tag laufen wir bei leichtem Regen hinter Sibonelo her in den Busch hinein. Die Waffe ist entsichert – würde er im Ernstfall damit wirklich ein Tier erschießen? Er bedeutet uns, ruhig zu sein, bleibt immer wieder stehen, lauscht, ändert die Richtung. „Da, auf der gegenüberliegenden Seite – ein Nashorn! Es markiert sein Gebiet neu, da der Regen seine Spuren verwischt hat. Wir laufen hier durch das Flussbett schräg den Hang hoch und warten dann, dass es an uns vorbeizieht.“ Kurze Zeit später bleibt er stehen. „Leopardenspuren. Frisch. Sehr frisch. Vielleicht ein paar Minuten alt. Aber er läuft in die andere Richtung.“ Auf dem Hügel ist vom Nashorn keine Spur zu sehen. Sibonelo läuft unbeirrt weiter, bleibt wieder plötzlich stehen. „Da vorne! Ein… nein zwei… nein drei Nashörner! Seid ruhig und haltet Euch hinter mir.“ Das Jungtier spitzt die Ohren, schnaubt, kann uns aber nicht wittern. Unsicher macht es ein paar Schritte in unsere Richtung. Der Wind dreht etwas, nun stehen wir quasi in der Duftspur und das kommt gar nicht gut an! Es setzt auf uns an, Sibonelo brüllt etwas auf Zulu. Scheint zu wirken, das Nashorn stoppt. Um gleich darauf mit mehr Anlauf weiter in unsere Richtung los zu preschen. Sibonelo nimmt einen Stock auf und schleudert es dem mächtigen Koloss vor die Füße. Das wirkt. Wenn auch nur kurz. Das Nashorn dreht um, bleibt stehen, scheint zu überlegen. Wir treten den geordneten Rückzug zum Jeep an und atmen erst einmal tief durch.

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Nah am Nashorn beim Bush Walk
Zebras im Hluhluwe-iMfolozi-Nationalpark
Giraffenherde am Wasserloch
Bereit für den Sundowner
Sonnenuntergang am Lake Siboya
Chillen im iSimangaliso-Wetland-Park

In der Thonga Beach Lodge, am weitläufigen Strand des iSimangaliso-Wetlandparks ist erst einmal Erholung und Ruhe angesagt. Die luxuriöse Lodge liegt weit abgeschieden im Norden des Parks, in den zwölf Bush Suiten hört man maximal das sanfte Rauschen des Meeres. Das sich am folgenden Morgen leider in ein fürchterlich tosendes Gewässer verwandelt hat. „Mit dem Zodiac kommen wir heute leider nicht durch die Brandung“, erklärt uns Hotelchef André Kruger und schickt uns stattdessen in den geschützten „Rock Pool“ zum Schnorcheln. Am folgenden Tag haben wir Glück und schweben in circa 12 Meter Tiefe über die bunt bewachsene Korallenwelt.

Nachmittags mache ich einen ausgedehnten Spaziergang am kilometerlangen, einsamen Sandstrand. Der Wind zerzaust mein Haar, ansonsten bin ich hier unbehelligt. Keine Souvenirverkäufer, keine Gäste, keine Einheimischen. Nur das Meer und ich – herrlich!

Am späten Nachmittag erwartet uns ein für die südlichen afrikanischen Länder typischer Höhepunkt des Tages: Der „Sundowner“. Im offenen Geländewagen geht es ans Ufer der Lake Siboya. Flugs wird ein Klapptisch aufgestellt, nett hergerichtet und die vorab bestellten Getränke – wir wählen natürlich den Klassiker „Gin & Tonic“ herumgereicht. Mit den gezückten Kameras in der einen und den eisgekühlten Cocktails in der anderen Hand erleben wir einen weiteren, dramatischen Sonnenuntergang.

Internetzugang in der Thonga Beach Lodge ist übrigens eine Glückssache, mein Handy zeigt schon seit Tagen keinen einzigen Empfangsbalken mehr an. Wer im Urlaub für das Büro mal eine Weile nicht erreichbar sein möchte, sollte sich unbedingt hier einbuchen!

Wale und Haie an der Ostküste

Wir verlassen den iSimangaliso-Wetland-Park Richtung Süden. Im verschlafenen Küstenstädtchen von Umkomaas ist die „Launch Site“, von der die Boote aus zu den abenteuerlichen Tauchausflügen starten, geschützt: Sie liegt in einer Flussmündung hinter einer Brücke. Die Fahrt zu den Riffen von Aliwal Shoal dauert ca. 15 Minuten. Noch treffen wir hier Ende Oktober die Sandtigerhaie an, die zur Paarung und zum Brüten zwischen Juni und November die geschützten Riffe aufsuchen. Im Sand verstreut liegen ein paar säbelzahnartige Zähne, begehrte Souvenirs bei den Tauchern. Da – plötzlich schauen sich alle um. Der Gesang der Buckelwale, die zu dieser Jahreszeit mit ihren jungen Kälbern allmählich wieder Richtung Antarktis ziehen, hat eingesetzt. Eigentlich müssten sie doch gleich hinter der Riffkante auftauchen, oder?! Aber wir wissen natürlich, wie trügerisch nah Geräusche unter Wasser klingen können und die erhoffte leibhaftige Begegnung mit den riesigen Meeressäugern bleibt aus. Dennoch könnte die Stimmung abends an der Bar im Blue Ocean Dive Resort, das sich anfühlt wie ein gestrandetes Liveaboard, nicht besser sein. Es ist „Quiz Night“. Rasch finden sich multi-kulturelle Teams zusammen, auch von der lokalen Bevölkerung werden Bar und Restaurant geschätzt und frequentiert. Hotelchefin Nicki Gibson, stößt zu unserer Quiz-Truppe hinzu und fragt uns erst einmal nach unseren Taucherlebnissen des Tages. Die gebürtige Südafrikanerin betreibt Resort und Tauchbasis mit Herzblut und ich spüre, dass der Spruch „We are family“ auf den T-Shirts der Mitarbeiter keine leere Marketinghülse ist.

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Sandtigerhai, Aliwal Shoal
Kaiserfisch am Riff, Thonga Beach Lodge
afrika, safari, afrikareise, afrikareisen, reiseziel, reiseziele, reisezieleafrika, südafrika, nashorn, nashörnerAbsolut Scuba GmbH & Co KG Eichenweg 5 57629 Dreifelden info@as-tauchreisen.de www.as-tauchreisen.de
Aliwal Shoal: Hier gibt es auch geschützte Tauchplätze
Sandtigerhai, Aliwal Shoal
Fazit

Südafrika ist Abenteuer pur, gepaart mit unglaublich herzlichen und hilfsbereiten Einwohnern, faszinierenden Tierbegegnungen an Land und unter Wasser, Lebensfreude und gutem Essen: Der perfekte Mix für einen perfekten Tauch- und Safariurlaub!

Mehr Abenteuerberichte und Reisetipps für Deutschland, Europa und die Welt gibt es in unserer Ausgabe Sommer 2023.

Über die Autorin: Judith Hoppe

Judith Hoppe

Die freie Reisejournalistin zog es schon in frühen Jahren in die weite Welt hinaus, die erste Fernreise im Alter von zwölf Jahren führte Judith direkt nach Südafrika und Namibia. Seitdem hat sie eine unstillbare Sehnsucht nach Safarizielen im südlichen und östlichen Afrika.

In späteren Jahren entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Unterwasserwelt und seitdem ist kein Tauchrevier vor ihr sicher. Schnorcheln mit Orcas oder Krokodilen und Tauchen mit Haien sind keine Fremdwörter für sie.

Ihr umfangreiches Reisewissen setzt Judith mittlerweile auch im Verkauf von Reisenf ein und erstellt für ihre Kunden mit Herzblut und Sachkenntnis liebevoll zusammengestellte Tauch- und Safarireisen in Afrika.

Wir folgen Judith auf ihrer Webseite www.reise-inspirationen.de und auf Instagram @reiseinspirationen

Werbung: Weitere Informationen & Anfrage für eine individuell zusammengestellte Reise gibt es hier:

Absolut Scuba GmbH & Co KG
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Bildnachweise: Judith Hoppe, Christoph Hoppe, Blue Ocean Dive Resort/Fernando Muñoz Colás//Emily Krakoff, Thonga Beach Lodge/Donna Scherer

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