Das Mysteriöse und Moderne Land

Die mysteriöse und moderne stadt Japan
Japan ist ein Erlebnis, welches sich kein Reise-Enthusiast entgehen lassen sollte. Dieses Land ist so mysteriös und facettenreich, modern und traditionell, so sauber und geschmackvoll wie kaum ein anderes. Wer die Abwechslung sucht und richtig starke Motive, der muss dieses faszinierende Land im fernen Osten einfach erlebt haben. Mit einer kleinen Auswahl an Motiven und Tipps für individuelles Reisen möchten wir euch hungrig machen für diesen tollen Mix, der leider mit dem diesjährigen Mega-Event der Olympischen Spiele nicht die erhoffte Aufmerksamkeit bekommen hat, die es definitiv verdient. Am besten man reist ohne große Erwartungen an, um die Gefahr einer Enttäuschung zu entgehen. Das fiel uns zugegeben etwas schwierig. Viel hatten wir schon vorher über Japan gehört und so ging es mit dem Kopf voller Vorfreude und Klischees zum ersten Ziel: Tokio.

Doch direkt nach Ankunft am Flughafen Narita durften wir erfahren, dass wir die Klischees direkt mal über Bord werfen sollten. Alle Japaner sind supernett und freundlich?! Nicht so an jenem Morgen, wo uns die Einweiserin im militärisch lauten Ton und mit todernster Miene in die jeweiligen Schlangen zu den Einreise-Registrierungs-Automaten kommandierte. Wenig später blaffte uns dann noch die Dame am Schalter der Bahntickets an, weil wir nicht sofort parat hatten mit welchem Zug und wo genau in Tokio wir hinfahren wollten.

Hierzu sei gesagt, dass Japan bei uns zwar bekannt für seine Autos ist, allerdings ist es noch viel mehr ein Land der Eisenbahnen. Das Schienennetz ist weitläufig und so mussten wir auf der gesamten Reise tatsächlich nur ein einziges Mal auf einen Überlandbus ausweichen. Auf den Strecken fahren oft Züge in unterschiedlichen Kategorien, je schneller und komfortabler desto teurer. Welche Verbindung vom Flughafen zur Innenstadt die richtige ist, hängt wesentlich davon ab, wo sich die Unterkunft befindet. Google Maps war hier für uns eine große Hilfe und hat uns immer korrekt alle Verbindungen mit Zeiten und Preisen angezeigt. Dabei ist mobiles Internet für Touristen in Japan leider teuer, aber es gibt so gut wie überall offene WLAN-Netze, so dass es in den Städten meistens kein Problem ist irgendwo schnell online zu gehen, um die Route zu checken.

Das Geschäftsviertel Shinjuku

Im quirligen Geschäftsviertel Shinjuku befindet sich ein leuchtender Torii-ähnlicher Eingang. Er ist das Wahrzeichen des dahinterliegenden Vergnügungsviertels, welches mit den unzähligen Werbeschildern so typisch japanisch aussieht. Da sich an diesem Ort in der Mitte der großen Straße ein U-Bahn-Entlüftungsschacht befindet, kann man hier wunderbar ein Stativ postieren und mit Langzeitbelichtungen spielen. Bis der richtige Schuss im Kasten war, verging eine kleine Ewigkeit, denn der Verkehr kommt von der Seite, ein Lieferauto schlängelte sich durch die Fußgängerstraße und reichlich Taxen hielten genau vor dem Tor. Es ist daher immer gut eine gehörige Portion Geduld im Gepäck mit dabei zu haben. Einmal in Shinjuku lohnt es sich nicht nur optisch, sondern auch für den Bauch, einen Abstecher nach Omoide Yokocho, auch Yakitori Alley genannt, zu machen. Hier gibt es in kleinen dunklen Gassen mit zig leuchtenden Lampions eine unüberschaubare Vielzahl von winzigen Grillbars. Yakitoris sind kleine japanische Grillspieße und sie sind einfach köstlich! Es gibt unzählige Varianten von Spießen und abends kann es hier schon mal etwas voller werden. Die Fluktuation der Gäste ist allerdings groß und so findet sich irgendwo immer ein freies Plätzchen. In den kleinen Bars trifft sich die ganze Welt und durch die Enge entsteht direkt eine gesellige Atmosphäre. Man kann hier super mit anderen Reisenden oder Einheimischen ins Gespräch kommen.

Die Alte Hauptstadt Kyoto

ist das Mekka aller Japan-Reisenden und deshalb ebenfalls sehr
gut besucht. Sie wurde weitgehend vom Krieg verschont und bietet daher eine Vielzahl von alten Gebäuden, Gassen und Tempeln, die es zu erkunden gibt. Im Gegensatz zu Tokio hat Kyoto nur wenige Bahnlinien, der Verkehr ist lauter und wir mussten öfters auf die Stadtbusse zurückgreifen. Das ist aber auch kein Problem, denn auch hier hat uns Google Maps wieder verlässlich die Verbindungen angezeigt. Für die Fahrtzeiten solltet ihr aber reichlich Zeit einplanen, da Busfahren einfach sehr viel langsamer ist, als mit der U-Bahn schnell von Ort zu Ort zu springen. Das vielleicht bekannteste Motiv Kyotos ist die Goldene Pagode Kinkaku-ji. Diese ist definitiv die beeindruckendste Pagode, die wir während unserer Reise gesehen haben.

 

Der Ort ist einfach perfekt fürs Auge gemacht. Die prächtige Pagode steht relativ isoliert eingebettet in
einer schönen Gartenanlage. Davor befindet sich ein kleiner Teich, wo sie sich wunderschön im ruhigen Wasser spiegelt. Eine gartenbautechnische, perspektivische und künstlerische Meisterleistung! Wir konnten uns an der Schönheit dieses Ortes kaum sattsehen. Etwa eine Stunde vor Schließung der Anlage sind wir angekommen. Das war eine sehr gute Entscheidung, denn unsere besten Bilder sind tatsächlich erst entstanden, als die Sonne so tief stand, dass sie die Pagode nicht mehr direkt anstrahlte. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unfassbar hell die mit Blattgold verkleidete Pagode das Sonnenlicht reflektiert. Wenn ihr also einen sonnigen Tag in Kyoto habt, dann macht es Sinn den Park erst kurz vor Schließung zu besuchen.

 

Die Altstadt von Kyoto um das Viertel von Gion ist ebenfalls absolut fotogen. Hier gibt es viele kleine Gassen zu entdecken. Eine echte Geisha zu erwischen ist aber sehr schwierig, denn die gelten als fotoscheu. Wer dennoch auf ein Bild mit traditioneller japanischer Kleidung hofft, kann versuchen einen Touristen in eben diesen zu erwischen. In Gion, wie auch im Asakusa Schrein in Tokio, gibt es einige Touristen die sich traditionell japanisch einkleiden. Wir fanden das ziemlich passend, denn es trägt unglaublich stark zur Atmosphäre an diesen Orten bei.

Tokio die Megacity

Tokio ist eine Megacity, wie wir sie noch nie erlebt haben. Sie ist riesengroß und es gibt unzählige Stadtteile mit ihren eigenen Zentren, Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten. Wer Tokio erleben will, der sollte sich vorher gut überlegen, was er sehen will. Tokio ist durchlöchert von U-Bahntunneln und wir entschieden uns daher für eine Unterkunft relativ zentral beim Hie Schrein und nahe einer U-Bahnstation, um die interessantesten Orte der Stadt gut erreichen zu können. Das Fotografieren ist für uns beim Reisen sehr wichtig und deshalb sind wir unterwegs oft Frühaufsteher. Wer beliebte Motive einfangen will, der ist am besten schon fertig bevor die Reisegruppen eintreffen. Das war besonders in Japan entscheidend, denn das Land ist sehr beliebt bei den asiatischen Nachbarn aus China, Korea und Südostasien. Diese reisen meistens in großen Reisegruppen und tagsüber sind viele Spots daher stark frequentiert. Wer schöne Fotos machen will, kommt also am besten ganz früh oder geht als Letzter. Tokio ist zumindest tagsüber und oberirdisch eine außerordentlich ruhige Stadt. Der Verkehr schleicht auf Flüsterasphalt und die Japaner sind immer sehr bedacht, niemanden zu stören und verhalten sich daher besonders leise. Etwas turbulenter ist es dagegen im
bedeutendsten und optisch beeindruckendsten Tempel Tokios, dem Senso-ji Tempel im Stadtteil Asakusa. Wir empfehlen ihn abends zu besuchen, denn das hat mehrere Vorteile. Erstens nehmen die Besuchermassen merklich ab und nach dem Sonnenuntergang erstrahlt die Anlage durch die akzentuierte Beleuchtung noch viel imposanter als tagsüber. Abgesehen vom Fotografieren kann man hier wunderschön die Besucher beobachten, wie sie ihren spirituellen Ritualen und Gebeten nachgehen.

Japan ist ein umfassender ostasiatischer Staat im Pazifik und flächenmäßig der viertgrößte Inselstaat der Welt ist. Japan hat 126. Millionen Einwohner und Liegt damit auf platz 11 der Bevölkerungsreichesten Länder der Erde

Ha Lai und Tino Richter. Reisen ist schon immer ihre Leidenschaft. Nichts ist erfüllender für ihre Neugier als neue Orte, neue Kulturen und neue Abenteuer. Einen Blick für die Schönheit unseres Planeten, egal ob durch Mensch oder Natur, haben sie durch die Fotografie bekommen. Anfangs war es noch ein wildes Geknipse doch mit der Zeit haben sie sich immer intensiver damit beschäftigt und heute sind sie stets auf der Suche nach den schönsten Motiven, egal wo sie sind. Somit wird jede Reise zu einer künstlerischen Herausforderung und wenn sie sich wochenlang nach dem Trip mit ihrem Material beschäftigen, dann ist es wie eine zweite intensive Auseinandersetzung mit dem Erlebten.

Inhalt aus Ausgabe: Herbst 2021

In unserer Herbstausgabe reisen wir an die deutsche Nordseeküste, besuchen Orte, Städte und Inseln. Sehen uns um in der Region. Wir fahren weiter über die deutsche Fachwerkstraße, erleben interessante Städte in Franken und Bayern. Und wir reisen in die USA, Jamaika, nach Brasilien, erleben Japan im Herbst… – kurz, wir sind wieder unterwegs…

Adobe, Volker Keller

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Herbst 2021

In unserer Herbstausgabe reisen wir an die deutsche Nordseeküste, besuchen Orte, Städte und Inseln. Sehen uns um in der Region. Wir fahren weiter über die deutsche Fachwerkstraße, erleben interessante Städte in Franken und Bayern. Und wir reisen in die USA, Jamaika, nach Brasilien, erleben Japan im Herbst… – kurz, wir sind wieder unterwegs…