Der Frühling steht vor der Tür

In einem Land am Ende der Welt

Marrakesch im April

Eintauchen in den Zauber von 1001 Nacht. Marrakesch die ehemalige Hauptstadt von Marokko stellt im April ein traumhaftes Ziel für einen Kurzurlaub.

Auf geht‘s nach Marokko. Die Vorfreude auf diesen Urlaub war riesengroß. Wie wird es sein, wie wird es uns gefallen und was sagen wir zu Kultur und Leben? Marrakesch, oder wie die Berber sagen Marrakech, im April – was für eine feine Jahreszeit: Die Blumen blühen und das Wetter ist fantastisch. Aus der Sprache der Berber bedeutet Marrakech so viel wie ‚Land Gottes‘. Die ehemalige Hauptstadt des marokkanischen Reiches im Westen des Landes, ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum mit vielen Moscheen, Palästen und Gärten. Die Medina, die Altstadt, ist dicht bebaut, von Mauern umgeben und wirkt wie eine mittelalterliche Stadt aus der Berberzeit. Zwischen ihren labyrinthischen Gassen finden sich zahlreiche und geschäftige Souks (Märkte), auf denen traditionell Kleidung, Töpferei und Schmuck, Kunsthandwerk, Gewürze, Tee aber auch touristischer Nippes sowie Teppiche in allen Farben und Größen angeboten werden. Das maurische Minarett der Koutoubia-Moschee aus dem 12. Jahrhundert ist kilometerweit zu sehen und dient als Symbol der Stadt.

Entschieden hatten wir uns für dieses traumhaft schöne Riad Jardin de La Koutoubia mitten in der Stadt, ein Steinwurf von der Medina und den Souks entfernt. 1001 Nacht liegt direkt vor der Tür. Ein Riad, welches keine Wünsche offenlässt. Hier sitzen wir am Ankunftstag mit frisch gebrühtem Pfefferminztee in einem ruhigen Garten, während draußen das Leben tobt und die vielen Taxis hupend und Menschen lärmend vorbeiziehen. Unser Ort eine Oase der Ruhe und Entspannung.

Wir ziehen zu Fuß los, auf zum Djemaa-el Fna, der Große Platz vor den Souks mit all den Gauklern und Schlangenbeschwörern. Ich merke, je dunkler es wird, desto mehr Leben entsteht hier. So viele verschiedene Eindrücke wir tauchen ein in eine andere Welt, hinab in die Souks. Verwinkelte Gassen, farbenfroh und vielseitig. Sich einfach treiben lassen und die Zeit vergessen. Und ja, man verläuft sich hier sehr leicht, doch zum Glück funktioniert das Internet samt Google Maps hier prima. Am Abend gehen wir ins Nomad zum Essen, eine Rooftopbar mit einheimischen Speisen und einer wunderschönen Aussicht mitten in der Medina macht den Abend einmalig.

Der Heimweg durch die Gassen war etwas unheimlich und wir hatten den falschen Weg eingeschlagen und uns im Dunkeln dann völlig verlaufen. Mein Tipp, lasst euch nicht beirren durch die jungen Marokkaner die euch freundlich den Heimweg weisen wollen, das wird teuer, hätte ich mal besser auf meinen Mann gehört. Ein Erlebnis, das man so leicht nicht vergisst, letztendlich ist aber alles gut gegangen. Den nächsten Tag hatten wir im Hotel ein kleines Gespräch mit unserem Reiseführer. Man kennt das ja. Er wollte uns allerhand Ausflüge verkaufen, doch wir wollten nicht so recht, und lieber alles in Eigenregie erkunden. Letztendlich haben wir uns dann für einen Ausflug in den Jardin Majorelle Park und für eine Kutschfahrt entschieden.

Schon den nächsten Morgen geht es los und nach einer kleinen Busfahrt durch die Neustadt erreichen wir etwas versteckt den bezaubernden Jardin Majorelle Park. Für mich der schönste Park, den ich je gesehen habe. Eventuell aber auch deshalb, weil mein Lieblings Designer Yves Saint Laurent diesen mitgestaltet hat. Am Eingang erwartet uns eine lange Schlange. Aber unser Glück, mit unserer Reiseleitung kamen wir sofort und ohne Wartezeit in den Park. Nach einer guten Stunde war der Rundgang mit gefühlt tausend Bildern beendet. Einfach herrlich und ich war glücklich. Und selbst diese Kutschfahrt durch die überfüllten und verstopften Straßen hat riesigen Spaß gemacht. Vorbei an Eselskarren, massenhaft stinkenden Mopeds und vielen Autos ein kleines entschleunigendes Erlebnis. Die Fahrt führt von der Neustadt zurück in die Altstadt. Der Ausflug, obwohl nicht ganz billig, war ein voller Erfolg. Den Rest des Tages verbrachten wir am Pool auf dem Dach, mit Blick auf die Koutoubia Moschee. Die Neustadt wollten wir noch etwas weiter erkunden und so ging es am anderen Morgen direkt zu Fuß wieder los. Vorbei an vielen Hotels, aneinandergereiht auf einer langen Allee mit Palmen. Hier findet man auch ‚normale‘ Geschäfte, selbst bekannte Modeketten haben vor Ort ihre Niederlassungen. Französisches Flair liegt in der Luft. Wir besuchen eine Patisserie mit feinem Kuchen, marokkanischem Mokka und dem typischen, frisch aufgegossenen Pfefferminztee. Hier kann man schön verweilen. Auf dem Heimweg machen wir noch einen Abstecher in eine Shopping-Mall, alles fein und sauber gestaltet, mit vielen Mosaiken und bunten Farben. In einem kleinen Schuhgeschäft werde ich sogar fündig und gönne mir ein paar schöne Schuhe. Die Preise machen richtig Spaß. Handeln aber sollte man überall. Nicht nur auf dem Bazaar und in den Souks, sondern auch in den Geschäften sollte
man es unbedingt versuchen. 

Mein Fazit nach 7 Tagen, was für eine schöne Reise und ich liebe Marrakech, kann aber auch verstehen, dass diese Stadt nicht jedermanns Sache ist. Man muss es abkönnen, ständig angequatscht zu werden, man muss bei jeder Gelegenheit und zu jeder Zeit handeln und feilschen können – sonst bezahlt man nämlich das Doppelte und auf jeden Fall zu viel – und man sollte Spaß und Freude daran haben, ohne Stadtplan und Zeitdruck unterwegs zu sein. Im Grunde das genaue Gegenteil dieser allgegenwärtigen Pauschalreisen. Interessant, aber auf eigene Faust entdeckt man so viel mehr.

„Das Herz des Pazifiks“

Frühjahr 2020

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