Kurztrip nach Bali

Von Melina Keil

Nach unserer damaligen Neuseelandreise wollten wir nicht sofort zurück nach Hause fliegen. Da so viele von Bali schwärmten, fiel unsere Wahl auf diese kleine Insel in Indonesien. Nach kurzem Stopover in Australien landeten wir abends in Denpasar. Dort hatten wir uns nur für die erste Nacht eine kleine eher zweckmäßige als schöne Unterkunft genommen, denn am nächsten Morgen wollten wir direkt weiter ins Herz von Bali nach Ubud. Die bunte Künstlerstadt hat einen besonderen Charme. Ein hippes Café reiht sich an das andere und kulinarisch bleiben hier kaum Wünsche offen. Das Beste daran, ist man zuvor durch ein eher westlich geprägtes Land gereist, muss dafür nicht einmal tief in die Tasche greifen. Viele kleine Galerien und Geschäfte sowie Yogazentren mischen sich darunter. Zu viel Trubel? Einfach in einer der zahlreichen Seitengassen abbiegen und wenige Meter laufen. Schon stehen wir inmitten schöner grüner Reisfelder. Und hier ist es auf einmal ganz friedlich und ruhig.

Nachdem ersten Tag in Ubud, beschlossen wir am darauffolgenden einen Ausflug zu den umliegenden Zielen zu machen. Einen Fahrer für eine solche Tour findet man an jeder Ecke oder aber man leiht sich einen Roller und zieht auf eigene Faust los. Unser erstes Ziel waren die Reisterrassen Tegalalang. Man sollte nicht nur von oben einen Blick auf die Felder werfen, sondern auch zu Fuß einmal durchlaufen. Weiter ging unsere Tour zum Tempel Goa Gajah, doch vorher wollte unser Fahrer uns noch den Tegenungan Wasserfall zeigen, den wir uns wohl auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Nachdem wir zuvor in Neuseeland so viele Wasserfälle gesehen hatten, konnte uns dieser nicht wirklich beeindrucken. Noch dazu war es sehr voll hier. Ohne die Menschenmassen wäre es vielleicht ein schöner Ort gewesen, so aber empfiehlt es sich eher nicht. Für uns ging es recht zügig weiter zum Goa Gajah Tempel. Bevor wir diesen nun betreten durften, mussten wir uns einen Sarong (Wickelrock) überziehen. Vorbei an den heiligen Quellen gelangt man hier zu der bekannten Elefantenhöhle Goa Gajah. Eigentlich sollen die Schnitzereien am Höhleneingang aber Dämonen und keine Elefanten darstellen. Direkt durch den Mund der Dämonen kann man dann in das Innere der Höhle laufen. Unser Highlight des Tages war jedoch der Monkey Forest. Die ganzen Affen, die hier leben sind die Touristen natürlich gewöhnt, trotzdem sollte man gut auf alles aufpassen. Zu gerne wird einem sonst mal die Sonnenbrille oder Wasserflasche gestohlen. Die Gestik und Mimik der kleinen Räuber ließen einen aber immer wieder schmunzeln. Natürlich kann man hier auch Bananen erwerben, um für ein Foto einen der Affen zu Motiven in deine Nähe zu bekommen. Die Realität sieht aber meist so aus, dass der Affe sich binnen Sekunden die Banane schnappt und wieder verschwindet. Anders aber mein Äffchen, der es sich zu meiner Überraschung direkt auf meiner Schulter bequem machte und dort genüsslich seine Banane verspeiste.  Alle um mich herum machten ganz begeistert Bilder von dem Affen und mir. Nachdem das Äffchen fertig war, kletterte er wieder runter und auch wir gingen noch einen Happen essen.

Am nächsten Morgen mussten wir sehr früh raus. Wir wollten auf Empfehlung hin die Wanderung zum Sonnenaufgang auf den Vulkan Batur machen. Da wir aktuell zur Regenzeit auf Bali umherreisten, war die Chance auf einen schönen Sonnenaufgang nicht allzu groß. Die Wanderung wollten wir uns trotzdem nicht entgehen lassen und konnten oben auf dem Kraterrand angekommen schließlich unser Frühstücksei direkt in der Erde kochen und anschließend essen. Es war noch dunkel und wir machten es uns auf den Decken bequem und warteten auf den Sonnenaufgang. Ein spektakulärer Sonnenaufgang blieb wie erwartet leider aus, dennoch war es eine schöne Tour und mit einer guten Grundfitness auch einfach zu bewältigen. Nur leider, wie eigentlich fast überall hier auf der Insel, war auch diese Attraktion sehr überfüllt. 

Wir wollten in unserer kurzen Zeit auf Bali so viel wie möglich sehen und erleben, also ging es für uns nach ein paar Tagen in Ubud weiter in Richtung Norden nach Singaraja. Über Arib’n’b hatten wir auch hier wieder eine schöne Unterkunft gefunden und direkt nebenan einen Rollerverleih. Diesen nutzten wir am nächsten Morgen auch gleich, um zu unserem Secret Garden Trekking zu kommen. Das war ein Tipp, den wir bekommen hatten und wie es sich heraus stellte noch ein absoluter Geheimtipp! Wir waren allein mit unserem Guide unterwegs und er führte uns durch schöne Reisfelder zu einer Balinesischen Farmerfamilie. Hier durften wir neben einer Kakaofrucht auch leckeres Kokosnusswasser probieren. Frisch gestärkt ging es dann zu einem der wohl magischsten Orte, an denen ich je war. Auf Bildern konnte ich gar nicht einfangen wie wunderschön dieser Ort war. Da waren diese Wasserfälle, mitten im Dschungel und genau hier gingen wir schwimmen und sprangen von den Felsen ins Wasser. Wir waren allein dort und vielleicht machte auch gerade das diesen Ort so besonders. Auch wenn ich hier ewig hätte bleiben können, stand noch ein kleines Highlight der Tour an. Wir wollten hier Wasserfälle runterrutschen. Da standen wir dann oben am Rand von einem ca. 10 Meter hohen Wasserfall und schauten runter. Flach und ganz grade hinlegen und die Arme vor der Brust verschränken, das waren die letzten Worte von unserem Guide, bevor er uns in die Strömung schob und es dann auch schon sofort runter ging. Eine abgefahrene Erfahrung, ich rutschte gleich noch ein zweites Mal. Während ich mich mit dem Rutschen begnügte sprang Sean mit unserem Guide zusammen noch einen 10 m und einen 16 m Wasserfall runter, diese Verrückten. Das war wirklich ein toller Ausflug und bisher definitiv das Highlight unserer Balireise….

 

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Über die Autorin: Melina Keil

Melina hat Kommunikationsdesign studiert und sich währenddessen als Fotografin selbstständig gemacht. Seit einem Schüleraustausch in Australien ist das Fernweh ihr ständiger Begleiter. Ob auf Safari in Afrika, beim Wandern in den Bergen Neuseelands oder auf einem Roadtrip durch Australien mit ihrem selbst ausgebauten Van ‚Eddi‘. An Australien und Neuseeland hat sie ihr Herz verloren. Über Neuseeland hat sie einen eigenen Reiseführer geschrieben, einer über
Australien ist in Arbeit. Ihre Eindrücke teilt sie mit uns auf ihrem Blog www.bergzumeer.de und auf Ihrem Instagram-Account @mellyike und immer wieder bei unterwegs…

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Tagesauflüge auf Kreta
Abenteuer auf der Gibb River Road in Australien

Bildnachweise: Melina Keil

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